Alternativer Nobelpreis für Agroforst

Der alternative Nobelpreis – eigentlich Right Livelihood Award – wird seit über 35 Jahren für die Gestaltung einer besseren Welt vergeben. Auch ohne institutionelle Verbindung zu seiner Spitznamen-gebenden Auszeichnung, …

elisa.muehlmann20

Der alternative Nobelpreis – eigentlich Right Livelihood Award – wird seit über 35 Jahren für die Gestaltung einer besseren Welt vergeben. Auch ohne institutionelle Verbindung zu seiner Spitznamen-gebenden Auszeichnung, verschafft der Award jenen Aufmerksamkeit, die sie durch praktischen Lösungen zugunsten der Umwelt, Menschen, Kultur, Ressourcen uvm. verdienen. Nun tritt Yacouba Sawadogo, ein burkinischer Bauer in die Fußstapfen von u. a. Edward Snowden, der vor vier Jahren als Whistleblower den Preis entgegennahm.

Die diesjährige Auszeichnung eines afrikanischen Landwirts soll ein Zeichen für das Umdenken in der Agrarbranche setzen. Schließlich schafft er es mit seinem Agroforstsystem, der Wüste im Niger und in Burkina Faso Einhalt zu gebieten. Mehr noch: in der gesamten Sahelzone erblühen wieder Wälder an Nutzpflanzen.

Dabei ist der Boden dort um ein Vielfaches mehr durch Übernutzung und Dürre geplagt, als in unseren Breitengraden. (Erinnere dich nur an den zurückliegenden Sommer mit all den Feldbränden und Ernteausfällen.) Yacouba Sawadogo, der preisgekrönte burkinische Landwirt, macht sich also gleich mehrere natürliche Begebenheiten zu Nutze, um gegen die steinharten und unfruchtbaren Erdschichten anzukämpfen.

Termiten zur Bodenauflockerung

Nach traditionellen Anbaumethoden wird in Afrika Hirse im Boden gesät und mit halbmondförmigen Wällen geschützt. Um den Schutz vor Verwehungen zu erhöhen bedeckte Yacouba die kleinen Gruben zusätzlich mit Kompost, Erde und Kuhdung. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass dieses organische Material nun auch Termiten anlockte, die den Boden auflockern, während sie sich durch ihn hindurch fressen. Das lockert den Boden und sorgt dafür, dass er Wasser nun besser speichern und den Pflanzen einfacher Nährstoffe verfügbar stellen kann.

Nutzen des Agroforstsystems

Von wegen Konkurrenz! Wo Hirse und junge Bäume eigentlich um essentielle Nährstoffe konkurrieren, sieht der Afrikaner vielmehr die Vorteile der Mischkultur. In abwechselnden Reihen lässt er die Bäume neben den einjährigen Getreidepflanzen keimen. Schließlich halten sie den Wind ab und spenden zusätzlich Schatten. 

Sogar die herunterfallenden Blätter schützen den Boden vor Austrocknung, da sie ihn bedecken und der Verdunstung Einhalt gebieten. Zersetzen sie sich erst, bilden sie zudem nahrhaften Humus! Ganz im Sinne der multifunktionalen Nutzung von Elementen in Permakultur- oder anderen regenerativen Kreislaufsystemen, kann schließlich auch das Holz der Bäume nach mehreren Jahren der reichhaltigen Ernte noch genutzt werden.

Als Preisträger des Right Livelihood Awards reiht er sich mit dieser Arbeit neben zahlreichen Pionieren des Umweltschutzes, Menschenrechtlern und Wissenschaftlern ein. Für ein Projekt, das völlig zu Recht von der unabhängigen Jury gekürt wurde und hoffentlich viele Nachahmer finden wird. Wie du die Umstellung der Landwirtschaft in Europa unterstützen kannst, erfährst du bei Permagold Funding.

 

 

 

 

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