Permakultur im Alltag

Permakultur ist längst nicht mehr nur ein landwirtschaftliches Phänomen, sondern auf viele weitere Bereiche des Lebens anwendbar.

elisa.muehlmann70

 

Permakultur ist längst nicht mehr nur ein landwirtschaftliches Phänomen, sondern auf viele weitere Bereiche des Lebens anwendbar. Die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft mit intelligenten Energie- und Materialflüssen, Mehrfachnutzungen, aber auch fairen Wirtschaftsbedingungen sparen Energie und Geld. Durch diese Organisationsprinzipien kann sowohl die Wirksamkeit als auch die Nachhaltigkeit verschiedenster Systeme optimiert werden.

 

Dabei stehen die ethischen Grundsätze der Permakultur immer im Fokus.

 

Earthcare                                Peoplecare                                         Fair share

 

Sämtliche auf der Erde vorkommenden Ressourcen werden als Geschenk gesehen und dementsprechend wertgeschätzt, sprich es wird ein behutsamer und vorausschauender Umgang mit dieser Lebensgrundlage gepflegt. Gleiches gilt natürlich für die Rücksicht auf den Menschen, insbesondere sein Selbstbestimmungsrecht. In Balance zu den gemeinschaftlichen Interessen, soll jedes Individuum den Zugang zu seinem eigenen Gestaltungsfreiraum erhalten. Die gemeinschaftlichen Interessen bilden mit der globalen Belastbarkeit dann die ökologische Komponente, die Selbstbegrenzung und Überschussverteilung reguliert.  Gemeinsam erzielte Überschüsse sollen demnach verteilt oder sinnstiftend in die Kreisläufe zurückgeführt werden.

 

 

David Holmgren, einer der Mitbegründer der heutigen Permakulturbewegung, formulierte dazu einst zwölf Prinzipien, die noch heute als die Leitsätze für alle in Verbindung stehenden Organisationen gelten. Folgt man diesen in seinem täglichen Handeln, ist ein größtmöglicher Impact mit geringstem Ressourcen-, Platz- und Zeitaufwand zu erreichen.

 

  1. Beobachten und Handeln – nur wenn wir die Zeit nehmen, uns mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen, können wir auf die Situation angepasste Lösungen finden und Fähigkeiten effektiv nutzen

 

  1. Sammeln und Speichern – um Energie langfristig und stets nach Bedarf zur Verfügung stehen zu haben, müssen wir Systeme zur Speicherung entwickeln

 

  1. Ertrag ernten – auch im Hier-und-Jetzt benötigen wir Erträge, die uns zu unserer Versorgung zur Verfügung stehen und Systeme fördern und pflegen

 

  1. Selbstregulierung und Learning – Gemeinschaften sollen befähigt werden, sich selbst zu erhalten und in Autarkie zu funktionieren, aber dennoch Optimierungsvorschläge zulassen

 

  1. Erneuerbare Energien und Leistungen – wir nutzen passive Funktionen der Ressourcen ohne sie zu konsumieren (wie den Schatten eines Baumes) oder die durch natürliche Prozesse ersetzt werden können

 

  1. Keine Abfallproduktion – wir denken zyklisch statt linear, reduzieren Abfälle weitestgehend oder führen sie als neue Ressource in ein laufendes System zurück

 

  1. Erst Muster dann Details – die Betrachtung von Details kann unser Bewusstsein für das Ganze schwächen, daher müssen wir größer denken, um die gesamte Lage zu begreifen

 

  1. Integrieren statt Separieren – in Kooperation statt in Konkurrenz und Spezialisierung können weitaus kraftvollere Alternativen kreiert und qualitative Beziehungen aufgebaut werden

 

  1. Kleine und langsame Lösungen – sie sind für den Menschen besser überschaubar, funktionieren mit geringerem Ressourcenaufwand und sind langfristig produktiver

 

  1. Vielfalt nutzen – nicht nur die reine Anzahl der Arten sondern vielmehr die Steigerung ihrer nützlichen Verbindungen und Eigenschaften stärkt ein System in seiner Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit

 

  1. Das Marginale schätzen – Übergänge zwischen zwei Systemen, Individuen abseits des Mainstreams können uns unaufgefordert und ungeplant völlig neue Erkenntnisse liefern

 

  1. Kreative Reaktion auf Veränderung – Beobachtung von Ursache und Wirkung lässt uns flexibel und adäquat auf einen Wandel reagieren und uns selbst weiterentwickeln

 

Und auch hier schließt sich also der Kreis: wir sind wieder bei der Beobachtung aus dem ersten Prinzip angekommen. Es zeigt, dass Permakultur ein dynamischer Prozess ist, der grundlegend zyklisch funktioniert, aber immer wieder mit neuen Voraussetzungen konfrontiert wird, auf die es zu reagieren gilt.

 

In welchen Lebensbereichen lebst du nach Permakultur-Prinzipien? Konsumierst du beispielsweise viel Second-Hand, recyclest und upcyclest Alltagsgegenstände? Oder nutzt sie sowieso vielfältig? Teile deine Ideen mit uns in den Kommentaren!

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